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Schauraum | Emil Jakob Schindler

Emil Jakob Schindler,

1842 Wien - 1892 Westerland/Sylt

Holländische Landschaft
Öl auf Leinwand
63 x 89 cm
rechts unten signiert und bezeichnet: "Schindler Wien"

Literatur: XVIII. Kunstauktion Fleischmann, München, 28.3.1905, Sammlung J. S. Forbes, London, Nr. 83 (mit Abb.); 242. Kunstauktion Wawra, 2.5. 1917, Nr. 129 (mit Abb.); WVZ 209

Provenienz: Sammlung J. S. Forbes, London; Privatbesitz, Tschechische Republik



Lebenslauf

Emil Jakob Schindler, wohl der bedeutendste österreichische Landschaftsmaler in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, studierte an der Wiener Akademie der bildenden Künste unter Albert Zimmermann, der auch Lehrer von Eugen Jettel, Rudolf Ribarz und Robert Russ war. In Wien hatte sich durch den Einfluß der "paysage intime" eine grundlegende Wandlung in der Entwicklung der Landschaftsmalerei vollzogen. Schindler nahm hier eine Sonderstellung ein. Während sich Jettel und Ribarz viele Jahre in Frankreich aufhielten und so die direkte Konfrontation mit der französischen Pleinairmalerei erfuhren, waren für Schindler das Studium der holländischen Maler des 17. Jahrhunderts sowie zahlreiche Reisen - Dalmatien, Venedig, Holland, Istrien und Korfu - und ein kurzer Aufenthalt in Paris entscheidend. Er löste sich vom Stimmungsrealismus, wie er an der Wiener Akademie gelehrt wurde, und fand in der Auseinandersetzung mit Corot und Daubigny seine eigene Auffassung bestätigt, die auf Verkleinerung des Bildausschnittes, helle Tonigkeit und skizzenhafte Malweise hinzielte. Schindler ist Hauptmeister dieses spezifisch österreichischen Stimmungsimpressionismus - er selbst bezeichnete seine Malerei als 'Poetischen Realismus', da sein Bemühen nicht bloß dem Erfassen einer äußeren, optischen Wirklichkeit galt, sondern auch einer inneren, gefühlsbestimmten Wahrheit. Ab der Mitte der 80er Jahre lebte er im romantischen Schloß Plankenberg im Wienerwald. Recht bald schon und in steigendem Maße wurde Schindler durch Auszeichnungen geehrt.