Background
 

Schauraum | Emil Jakob Schindler

Emil Jakob Schindler,

1842 Wien - 1892 Westerland/Sylt

An der Donau
Öl auf Holz
30,5 x 42 cm
rechts unten signiert: "Schindler"; rückseitig zwei Siegel des Künstlers ("EJS") sowie die Nummern "23" und "13"

Literatur: 226. Kunstauktion C. J. Wawra, Wien, 6. Mai 1912, Los-Nr. 41 (mit Abb.); H. Fuchs, "Emil Jakob Schindler, Zeugnisse eines ungewöhnlichen Künstlerlebens", Wien 1970, WVZ-Nr. 71; Elisabeth E. Kamenicek, „Emil J. Schindler (1842–1892). Sein schriftliches Werk im Kontext von Kunsthandel, Mäzenatentum und Kunstkritik seiner Zeit“, Diss. Univ. Salzburg, Salzburg 2002, Bd. 2, S. 155

Provenienz: Sammlung Antal Post de Bekessy, Paris; Erben nach Antal Post de Bekessy



Lebenslauf

Emil Jakob Schindler, wohl der bedeutendste österreichische Landschaftsmaler in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, studierte an der Wiener Akademie der bildenden Künste unter Albert Zimmermann, der auch Lehrer von Eugen Jettel, Rudolf Ribarz und Robert Russ war. In Wien hatte sich durch den Einfluß der "paysage intime" eine grundlegende Wandlung in der Entwicklung der Landschaftsmalerei vollzogen. Schindler nahm hier eine Sonderstellung ein. Während sich Jettel und Ribarz viele Jahre in Frankreich aufhielten und so die direkte Konfrontation mit der französischen Pleinairmalerei erfuhren, waren für Schindler das Studium der holländischen Maler des 17. Jahrhunderts sowie zahlreiche Reisen - Dalmatien, Venedig, Holland, Istrien und Korfu - und ein kurzer Aufenthalt in Paris entscheidend. Er löste sich vom Stimmungsrealismus, wie er an der Wiener Akademie gelehrt wurde, und fand in der Auseinandersetzung mit Corot und Daubigny seine eigene Auffassung bestätigt, die auf Verkleinerung des Bildausschnittes, helle Tonigkeit und skizzenhafte Malweise hinzielte. Schindler ist Hauptmeister dieses spezifisch österreichischen Stimmungsimpressionismus - er selbst bezeichnete seine Malerei als 'Poetischen Realismus', da sein Bemühen nicht bloß dem Erfassen einer äußeren, optischen Wirklichkeit galt, sondern auch einer inneren, gefühlsbestimmten Wahrheit. Ab der Mitte der 80er Jahre lebte er im romantischen Schloß Plankenberg im Wienerwald. Recht bald schon und in steigendem Maße wurde Schindler durch Auszeichnungen geehrt.



An der Zuidersee
Öl auf Holz
22,5 x 43 cm

Literatur: „Emil Jakob Schindler und sein Kreis“, Galerie Schebesta, Wien 1962, Kat. Nr. 10 (Abb.); H. Fuchs, "Emil Jakob Schindler, Zeugnisse eines ungewöhnlichen Künstlerlebens", Wien 1970, WVZ Nr. 203

Provenienz: Nachlass des Künstlers; Galerie Schebesta, Wien; Privatbesitz, Wien