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Schauraum | Olga Wisinger-Florian

Olga Wisinger-Florian,

1844 Wien - 1926 Wien

Pappelallee
Öl auf Karton
27,2 x 39,5 cm

Literatur: zum Vergleich: "Pappelallee", Leopold Museum, Wien, Inv.-Nr. 267 (abgeb. in: Ausst.-Kat.: "Im Lichte Monets. Österreichische Künstler und das Werk des großen Impressionisten", hrsg. von Agnes Husslein-Arco und Stephan Koja, Belvedere, Wien, 2014, S. 46, Abb. 21). Wird in das Werkverzeichnis von Alexander Giese aufgenommen.


Lebenslauf

Olga Wisinger-Florian bildete sich bei Julius Epstein zur Pianistin aus. Fast dreißigjährig begann sie ihr Studium bei Melchior Fritsch und August Schaeffer. 1880 wurde sie Schülerin von Emil Jakob Schindler. Motivisch entwickelte die Künstlerin eine Vorliebe für die Darstellung kultivierter Natur - Parkanlagen, Gärten oder Blumenarrangements, in den späten 90er Jahren vermehrt Waldlandschaften. Gegen Ende der 80er Jahre löste sich die Künstlerin von der Tonmalerei der Lehrzeit und gelangte zu einer satten, in ihrer Buntheit gesteigerten Farbgebung. Zeitlebens dem poetischen Realismus Schindlers in der Auffassung der Natur verpflichtet, änderte sich im Laufe des nun folgenden Jahrzehntes ihre malerische Ausdrucksform. Der Farbauftrag wurde zunehmend pastoser, dynamischer, für die um 1900 entstandenen Bilder ist diese Malweise typisch und zeigt eine Annäherung an den französischen Impressionismus. Der Ausdruck wurde spontaner mit der Tendenz zur Auflösung der Formen. Bereits in den späten 80er Jahren gelang der Künstlerin eine intensive, erfolgreiche, internationale Ausstellungstätigkeit. Sie beschickte die Weltausstellung in Chicago 1893, wo sie eine Medaille erhielt. Noch im selben Jahr beteiligte sie sich an der Jahresausstellung im Wiener Künstlerhaus und im Münchner Glaspalast. Charakteristisch für Wisingers Arbeiten ab den frühen 90er Jahren ist ein tiefer Betrachterstandpunkt und nahsichtige Ausschnitte der Natur, deren genaue Erfassung gegen den oberen Bildteil abnimmt. Die Künstlerin - zeitlebens gesellschaftspolitisch engagiert - betätigte sich federführend im 1885 gegründeten "Verein der Schriftstellerinnen und Künstlerinnen in Wien", auch war sie Delegierte der "Neuen Österreichischen Friedensbewegung".