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Schauraum | Ferdinand Georg Waldmüller

Ferdinand Georg Waldmüller,

1793 Wien - 1865 Mödling

"Mutterglück"
Öl auf Holz
34 x 28 cm
signiert und datiert mittig links: "Waldmüller 1857"

Literatur: Bruno Grimschitz: "Ferdinand G. Waldmüller", Salzburg 1957, S. 355 mit Abb. (Nr. 859); Ausst.-Kat. "Ferdinand G. Waldmüller. Gemälde aus der Sammlung Georg Schäfer", Schweinfurt, Altes Rathaus, Sept.-Okt. 1978 [und weitere Orte, siehe "Ausstellungen"], S. 67f. mit Abb. (Nr. 35); Rupert Feuchtmüller, "Ferdinand G. Waldmüller 1793-1865, Leben - Schriften - Werke", Wien/München 1996, S. 512 mit Abb. (WVZ 940)

Ausstellungen: Kunst-Ausstellung im Künstlerhause, Wien 1893, Nr. 65; "Ferdinand G. Waldmüller. Gemälde aus der Sammlung Georg Schäfer", Schweinfurt, Altes Rathaus, Sept.-Okt. 1978 / Augsburg, Städtische Kunstsammlungen, Nov. 1978-Jan. 1979 / Erlangen, Kunstverein, Jan.-Feb. 1979 / Kunsthalle zu Kiel, März-April 1979 / Mainfränkisches Museum Würzburg, Juni-Juli 1979

Provenienz: Kunsthandlung Alois Leykums Witwe, Wien; Franz X. Mayer (1811-1893), Wien; Norbert Mayer (1906-1999), Wien, bis 1955; Galerie Stenzel, München (1956); Privatsammlung Georg Schäfer, Schweinfurt; Privatsammlung, Deutschland



Lebenslauf

Ferdinand Georg Waldmüller war ab 1807 Schüler der Wiener Akademie. Bereits zwei Jahre später und dann nochmals im Jahr darauf erhielt er den Ersten Preis der Gundelstiftung. Vor allem das Porträtfach und die Blumenmalerei interessierten ihn. 1811 verließ er die Akademie, ging über Preßburg nach Zagreb, wo er bis 1813 als gräflicher Zeichenlehrer und am Stadttheater als Dekorationsmaler arbeitete. Nach Wien zurückgekehrt besuchte er Sommerkurse der Akademie im Porträtfach. In der Folge entstanden zahlreiche Kopien. Er begann nun aber auch "nach der Natur" zu malen und beschäftigte sich verstärkt mit der Genre- und Stilllebenmalerei. Ab 1829 wirkte er als Kustos an der Wiener Akademie. 1830 besuchte er Paris, eine intensive Beschäftigung mit der Landschaftsmalerei folgte. Ab den 30er Jahren war er praktisch in allen Fächern tätig. 1835 wurde er zum Ordentlichen Akademischen Rat ernannt. Ende den 30er Jahre geriet Waldmüller mit dem offiziellen Kunstleben, dem Akademiebetrieb in Konflikt. Sukzessive wurde er demontiert, später suspendiert und zwangspensioniert. Als Künstler blieb er erfolgreich. In den frühen 60er Jahren wurde er rehabilitiert, er erhielt das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens. Waldmüller ist einer der ganz Großen der bildenden Kunst. Seine Inhalte sind wichtig - Bestandsaufnahmen und Sinnbilder, Instrumente, Überzeugungen und Ideen zu transportieren. Noch wichtiger aber sind sein Stil, seine malerische Umsetzung der sichtbaren Welt und seine eigentliche Absicht: Wahrhaftigkeit, Wahrheit als optische Wirklichkeit zu definieren. Waldmüllers Bedeutung ist nicht zuletzt an seinem Anteil an der Schaffung des Wirklichkeitsbegriffes des 19. Jahrhunderts zu messen.