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Showroom | Marie-Louise Von Motesiczky

Marie-Louise Von Motesiczky,

1906 Wien - 1996 London

Still-life with coffeepot
Oil on canvas
43,3 x 47,5 cm
dated lower right: "1925"

Literature: Elena Lòpez Calatayud, "Marie Louise von Motesiczky. Technique and Materials.", Diploma Thesis, Courtauld Institute of Art, London 2005, pp. 22., p. 25; Exhib.-cat.: „Marie-Louise von Motesiczky 1906-1996 / The Painter / Die Malerin“, Jeremy Adler, Birgit Sander u.a. (ed.), Tate Liverpool / Museum Giersch, Frankfurt a. M. / Wien Museum / Southampton City Art Gallery, Munich-Berlin-London-New York, 2006, pp. 126; Jill Lloyd, "The Undiscovered Expressionist. A Life of Marie Louise von Motesiczky", New Haven / London, 2007, p. 55; Ines Schlenker, "Marie-Louise von Motesiczky 1906-1996. A Catalogue Raisonné of the Paintings", New York, 2009, S. 83, cat.rais. no. 11 (ill.)

Exhibitions: Cambridge, 1986; Tate Liverpool, 2006; Museum Giersch, Frankfurt a. M. , 2006; Wien Museum, Vienna, 2007; Southampton City Art Gallery, 2007; Museum Moderner Kunst - Stiftung Wörlen Passau, Passau 2007

Provenance: Marie-Louise von Motesiczky Charitable Trust, London; Wienerroither & Kohlbacher, Vienna; Private collection, Germany



Biography

Marie-Louise von Motesiczky wird 1906 in Wien als Tochter großbürgerlich-adeliger Eltern geboren. Ihre Mutter entstammt der Wiener Bankiersfamilie von Lieben, die traditionell enge Kontakte mit Intellektuellen- und Künstlerkreisen pflegte. Dreizehnjährig verlässt Motesiczky die Schule und besucht stattdessen Kunstschulen in Wien, Den Haag, Frankfurt, Paris und Berlin. Max Beckmann, lädt sie 1927/28 in seine Meisterklasse an der Frankfurter Städelschule ein. Die lebenslange Freundschaft mit Beckmann hatte schon 1920 in Wien ihren Anfang genommen, künstlerisch und persönlich hatte er auf die junge Malerin großen Eindruck gemacht. Bis Ende der 1930er Jahre arbeitet sie im Wesentlichen sehr zurückgezogen an ihrer Malerei und stellt zwischenzeitlich nur 1933 im Hagenbund aus. Unmittelbar nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland am 12. März 1938 flüchtet Motesiczky mit ihrer Mutter nach Holland. Dort findet 1939 in Den Haag ihre erste Personalausstellung statt die Bilder waren noch von ihrem in Wien verbliebenen Bruder nachgeschickt worden. 1941 lässt sie sich mit ihrer Mutter in Amersham in Buckinghamshire nieder, wo sie Elias Canetti kennenlernt. Er wird zum Freund, Geliebten und wesentlichen künstlerischen Gegenüber für die kommenden Jahrzehnte. 1943 wird Motesiczky Mitglied der Artist´s International Association und nimmt an zahlreichen Ausstellungen der Vereinigung teil. 1944 findet im Tschechischen Institut die erste Einzelausstellung der Künstlerin in London statt. Mit dem Umzug nach London 1945 vertieft sich auch wieder die noch aus Wiener Tagen datierende Freundschaft mit Oskar Kokoschka. In den darauf folgenden Jahren finden zahlreiche Ausstellungen in Museen und Galerien statt, 1966 auch eine großangelegte Personale in der Wiener Secession. Der künstlerische Durchbruch in Großbritannien gelingt ihr mit einer Personale im Londoner Goethe-Institut 1985. Werke von Motesiczky befinden sich heute in den Sammlungen unter anderem der Tate London sowie der Tate Liverpool. Die österreichische Galerie Belvedere widmete der Künstlerin 1994 eine umfassende Retrospektive.