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Showroom | Joannis Avramidis

Joannis Avramidis,

1922 Batumi - 2016 Vienna

Sculpture IV
Bronze, patinated
164 cm
signed: "AVRAMIDIS" Edition 6 (+0/6 + PA/6)

Literature: Michael Semff, "Avramidis, Skulpturen und Zeichnungen", München 2005, ill. p. 111, no. 61; Werner Hoffmann, "Avramidis. Der Rhythmus der Strenge", München 2011, ill. p. 46, no. 35

Provenance: private collection



Biography

Als Sohn pontischer Griechen in Batum (UdSSR) geboren besuchte Joannis Avramidis in den Jahren 1937 bis 1939 ebenda die staatliche Kunstschule. Verfolgung (von Minderheiten in der Bevölkerung unter Stalin) und der Tod des Vaters in Haft zwangen die Familie 1939 zur Auswanderung nach Griechenland respektive Athen. 1943 dienstverpflichtet kam Avramidis als sogenannter Fremdarbeiter nach Wien. Nach Kriegsende studierte er von 1945 bis 1949 Malerei bei Robin Christian Andersen und erst später, von 1953 bis 1956, Bildhauerei bei Fritz Wotruba. Bereits Ende der 1950er Jahre war er mit seinen Werken, deren zentrales Thema die Abstraktion der menschlichen Figur war, zum Begriff geworden. 1962 vertrat er Österreich bei der Biennale von Venedig. 1965/66 lehrte er an der Wiener Akademie, wo er von 1968 bis 1992 auch als Professor und Leiter der Meisterschule für Bildhauerei tätig war. Für das Studienjahr 1966/1967 erhielt Avramidis eine Gastprofessor an der Akademie für bildende Künste in Hamburg. Er beteiligte sich an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland so z.B. in Antwerpen 1957, London und Paris 1960, Frankfurt 1963, Darmstadt 1964, Wiener Secession 1968, New York 1971. 1962 war Avramidis Österreichs Vertreter bei der Biennale in Venedig und nahm 1964 und 1977 an der Documenta in Kassel teil. Österreich zeichnete ihn 1973 mit dem Großer Staatspreis für Bildende Kunst aus, 1985 erhielt er das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst. „Kennzeichnend für Avramidis ist eine strenge, ernste Formensprache mit Selbständigkeit gegenüber den Stilen und Lehren anderer. Wirkliche Bezüge seiner Arbeiten gibt es nach seinen eigenen Worten nur zu Antike und der italienischen Frührenaissance. Seine plastischen Körper sind von der menschlichen Figur abgeleitet und bilden, auf Kreissegmentformen aufgebaut, schlanke in sich ausgewogene Rundplastiken.“