Josef Gisela 1851-1899

Josef Gisela (eigentl. Reznicek) studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien von 1868 bis 1874 bei Carl Mayer und Karl von Blaas, von 1874 bis 1879 Historienmalerei bei August Eisenmenger, Anselm Feuerbach, Eduard von Engerth, Heinrich von Angeli und Mathias von Trenkwald. 1872 erhielt er den Lampi-Preis. Zu seinen Freunden und Bekannten gehörten Anton Müller, Johann Hamza, Isidor Kaufmann und Karl Zewy. Ab 1885 beteiligte er sich regelmäßig an den Jahresausstellungen der Genossenschaft bildender Künstler im Künstlerhaus und wurde 1888 ordentliches Mitglied. Mit seinen Gemälden war er bei internationalen Kunstausstellungen vertreten, so 1886 und 1887 in Berlin, 1888 in Wien, 1888 und 1889 in München und 1893 bei der Weltausstellung in Chicago. Weiters gelangen ihm Ankäufe seiner Ölbilder durch Kaiser Franz Joseph und Johann II. Fürst von und zu Liechtenstein. Giselas bevorzugtes Genre war das Wiener Sittenbild, in dem er seine Zeit in einem für ihn typischen Stil – sorgfältig bis ins kleinste Detail ausgeführt – darstellte und sich besonderer Beliebtheit erfreute. Im Format eher klein, erlangten seine Bilder schon früh verhältnismäßig hohe Preise. 1902 fand im Dorotheum in Wien die Versteigerung seines künstlerischen Nachlasses statt.